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Praxisbewertungen

Praxisbewertungen – die Erstellung von Wertgutachten zum Praxiswert

Die Feststellung des Wertes einer Praxis gehört zu den Kernkompetenzen unseres Unternehmens. Jahrelange Erfahrungen auf dem Gebiet der Praxisbewertungen sind Basis kompetenter Gutachten. Fussend auf die ständige Marktbeobachtung und der Aufstellung umfangreicher Vergleichsdatenbanken können wir den Wert Ihrer Praxis sachgerecht und verständlich darstellen.
Die Gutachten zum Praxiswert von K&K – neutral und unabhängig, seriös und transparent.

Die Gutachten zu Praxisbewertungen von K&K werden in vollständiger Unabhängigkeit erstellt und entsprechen den Anforderungen der vom Verband der Wirtschaftsprüfer aufgestellten Kriterien zur sachgerechten Ermittlung von Praxiswerten.

Darüber hinaus legen wir höchsten Wert auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Dies wird nicht nur durch das umfangreiche Gutachten mit ausführlichen Anhängen in verständlicher Sprache gewährleistet. Unsere Berater stehen darüber hinaus während und nach der Gutachtenerstellung jederzeit für Erläuterungen und Nachfragen zu Praxisbewertungen zur Verfügung. Auch erläutern wir, auf Wunsch der Auftraggeber, die Ergebnisse gerne eventuellen Dritten (Käufer, Partner etc.), um über die reine Gutachtenerstellung hinaus auch den Zweck der Gutachtenerstellung als Ihr Berater zu stützen.

Der vereidigte Sachverständige zur Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen – Praxisbewertungen mit geprüfter Fachkompetenz

Ausdruck sowohl unserer Kompetenz und Professionalität als auch unserer Unabhängigkeit bei der Ermittlung von Praxiswerten ist die Bestellung von Herrn Prof. Dr. Stephan Klock zum vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen durch die Industrie- und Handelskammer Bayreuth.
Durch die Bestellung zum vereidigten Sachverständigen hat Herr Prof. Dr. Klock in besonderem Ausmaße seine Fachkompetenz unter Beweis gestellt und wird regelmäßig bei Gerichtsverfahren als unabhängige Sachverständigeninstanz hinzugezogen. Weitere Hintergründe zu den Voraussetzungen und Bedingungen zur Bestellung können sie Unseren Erläuterungen zum vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen entnehmen.

Gründe für eine Praxisbewertung

Der Kauf oder Verkauf der Praxis
Häufigster Grund für die Feststellung des Praxiswertes ist der geplante Kauf oder Verkauf der Praxis. Ein fairer Preis soll sowohl das Lebenswerk des Verkäufers wiederspiegeln als auch dem Käufer den Start in die Niederlassung unter wirtschaftlich realen Bedingungen ermöglichen. Die Praxisbewertungen von K&K stellen den fairen Preis dar und führen die Interessen zusammen.
Der Verkauf an ein MVZ
Der Verkauf der Praxis an ein MVZ kann eine Option für Praxisinahber sein. Sollte der Praxisverkäufer anschließend als Angestellter für das MVZ arbeiten, muss der Praxiswert in Relation zum zukünftigen Arbeitsentgelt ermittelt werden. Eine für MVZ wie für den verkaufenden Arzt faire Lösung ist zu finden.
Der Zugewinnausgleich
Ist eine Ehescheidung nicht zu vermeiden, stehen auch die wirtschaftlichen Werte vor der Teilung. Dies muss nicht immer bis zum Richterspruch führen. Praxisbewertungen können helfen, einvernehmliche und faire Lösungen schon vor gerichtlichen Entscheidungen zu finden.
Praxiserweiterung
Die Aufnahme eines (weiteren) Partners in die Praxis kann sich betriebswirtschaftlich für alle rechnen. Doch ist zu Beginn eine klare Grundlage zu legen, die neben einem klaren Gesellschaftsvertrag auch eine transparente Werteeinbringung verlangt, sollen spätere Streitigkeiten ausgeschlossen werden. Neutral und fachkundig erstellte Praxisbewertungen helfen, eine feste Grundlage für die Zukunft zu erstellen.
Auflösung von Gemeinschaften
Die Auflösung von Gemeinschaftspraxen kommt leider auch immer wieder vor. Sollten hier im Gesellschaftsvertrag keine klaren Regelungen vorliegen, sind Streitigkeiten vorprogrammiert, die sich über Jahre hinziehen können. Mit fundierten Praxisbewertungen können lange Auseinandersetzungen vermieden werden.
Verdienstausfallgutachten
Feuer in der Arztpraxis, Wasserschäden, Krankheit oder Unfall. Viele Ursachen für eine Betriebsunterbrechung kann es geben. Bei Auseinandersetzungen über die Schadenhöhe mit Versicherungen oder bei Schadenersatz ist ein Verdienstausfallgutachten für die Schadensermittlung unvermeidlich.
Das Kurzgutachten
Unser Angebot an kleine Hausarztpraxen und psychotherapeutische Praxen. Für Praxen, die keine „Besonderheiten“ aufweisen und die von Ihrem Umfeld her wenig Analyseaufwand erfordern, erstellen wir Praxisbewertungen auch als Kurzgutachten.

 

Ablauf einer Praxisbewertung

Beauftragung einer Praxisbewertung
Zu Beginn eines Projektes wird zunächst eine Vereinbarung zur Praxisbewertung unterzeichnet, die selbstverständlich mit einer Verschwiegenheitserklärung versehen ist und das Honorar festsetzt. In beiderseitigem Einvernehmen kann auch eine ausschließlich mündliche Beauftragung erfolgen.
Checkliste der erforderlichen Unterlagen
Wir senden Ihnen per Post oder E-Mail eine Checkliste zu. In der Checkliste werden allgemeine Informationen zur Praxis abgefragt und eine Übersicht über die erforderlichen Unterlagen gegeben. Checkliste und Unterlagen senden Sie uns zu.
Der Ortstermin
Nach der ersten Sichtung der Unterlagen wird ein Ortstermin in Ihrer Praxis vorgenommen. Dieser Termin dient in erster Linie der Begutachtung der Praxissubstanz, ermöglicht aber auch die Besprechung allgemeiner Sachverhalte in Bezug auf Ihre Praxis. Außerdem dient der Termin dem gegenseitigen Kennenlernen. Ein Ortstermin dauert üblicherweise 2 bis 3 Stunden und sollte nach Möglichkeit erfolgen, wenn die Praxis für Patienten geschlossen ist.
Erstellung des Praxiswertgutachtens
Nach dem Ortstermin wird das Gutachten in unserer Sozietät erstellt. Die Erstellung dauert gewöhnlich 3 bis 5 Wochen, kann in dringenden Fällen aber auch beschleunigt vorgenommen werden.
Auslieferung des Gutachtens
Das Gutachten senden wir Ihnen nach Fertigstellung in zwei Druckexemplaren und versehen mit dem Rundstempel des öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zu. Auf Wunsch können natürlich auch weitere Gutachtenexemplare erstellt werden. Mit Auslieferung des Gutachtens wird das Gutachten zur Zahlung fällig. Das Projekt ist damit abgeschlossen.
Fragen und Erläuterungen zum Praxiswertgutachten
Selbstverständlich stehen wir aber auch über den Zeitpunkt der Gutachtenübergabe hinaus für alle Fragen rund um das Gutachten zur Verfügung und erläutern auch gerne Dritten gegenüber (z. Bsp. potentiellen Käufern) einzelne Aspekte der Wertermittlung, falls wir dazu von Ihnen als Auftraggeber autorisiert wurden.

 

Praxisbewertungen – Die modifizierte Ertragswertmethode

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Methoden zur Praxiswertermittlung. Leider werden häufig auch völlig ungeeignete Methoden herangezogen, die letztlich sehr teuer werden können, da die Gefahr besteht, dass der ermittelte Wert deutlich vom eigentlichen Praxiswert abweicht.

Sowohl vom Standpunkt der Rechtsprechung als auch von der betriebswirtschaftlichen Lehre her hat sich einzig die modifizierte Ertragswertmethode als sachgerecht erwiesen. Diese Methode wird von fast allen vereidigten Sachverständigen angewendet und ist sowohl Stand der betriebswirtschaftlichen Forschung wie der aktuellen Rechtsprechung. Zudem entsprecht diese Methode den Empfehlungen der Wirtschaftsprüfer. Zu weiteren Methoden zur Ermittlung von Praxiswerten sei auf unsere online zur Verfügung gestellten Informationen verwiesen.

Die wesentlichen Grundzüge der modifizierten Ertragswertmethode sind nachfolgend beschrieben.

Allgemeine Aspekte zur modifizierten Ertragswertmethode

Unternehmen werden in Deutschland üblicherweise und in Übereinstimmung mit dem Verband der Wirtschaftsprüfer nach der Ertragswertmethode bewertet. Danach definiert sich der Wert eines Unternehmens nach den zukünftig zu erwartenden Gewinnen, die ein Käufer aus dem Unternehmen generieren kann. Dieser Ertragswert wird rechnerisch über die (abgezinste) Summe der zukünftig zu erwartenden Jahresgewinne des Unternehmens ermittelt. Da die zukünftigen Gewinne unbekannt sind, werden diese von Gutachtern auf Basis realistischer Zukunftserwartungen berechnet bzw. geschätzt. Die Gewinnprognosen werden rechnerisch über einen unendlichen Zeitraum berücksichtigt.

Die methodische Besonderheit der sogenannten modifizierten Ertragswertmethode gegenüber der oben beschriebenen „reinen“ Ertragswertmethode besteht darin, dass die Erträge des Unternehmens Arztpraxis den Ertragswert nicht über einen unendlichen Zeitraum beschreiben, sondern über einen verkürzten, endlichen Kapitalisierungszeitraum.

Der verkürzte Kapitalisierungszeitraum erklärt sich aus dem Umstand, dass der Patientenzuspruch als dominierender Erfolgsfaktor einer Praxis in erster Linie vom Ruf des Praxisinhabers abhängt. Verkauft dieser seine Praxis, erhält der Nachfolger die Chance, die Patienten des Abgebers weiter zu behandeln. Mit Ausscheiden des Abgebers verflüchtigt sich jedoch der Ruf nach einer gewissen Zeitspanne und wird nach und nach durch den neu aufgebauten Ruf seines Nachfolgers ersetzt. Der Käufer profitiert also nur über eine beschränkte zeitliche Dauer von dem Ruf des Vorgängers. Daher rechtfertigt sich eine Goodwill-Berechnung nur über diesen Zeitraum weshalb der Kapitalisierungszeitraum für die Ermittlung des Goodwill sachlogisch auf diesen Zeitraum zu begrenzen ist.

Der Ansatz eines verkürzten Kapitalisierungszeitraums bedingt sich außerdem aus dem Umstand, dass einem potenziellen Käufer als Handlungsalternative auch die Praxisneugründung offen steht oder – falls es sich um ein gesperrtes Fachgebiet handelt – die Übernahme einer ertragsschwachen, d.h. günstigen Praxis des Fachgebiets. In beiden Fällen kann der potenzielle Käufer nach einigen Jahren der Aufbauarbeit die Umsätze und Gewinne erreichen, von denen bei Übernahme einer ertragsstarken Praxis unmittelbar profitieren kann. Über den Kapitalisierungszeitraum wird somit geschätzt, wie lange die zukünftigen Praxiserfolge auf die Tätigkeit des Praxisübergebers zurückzuführen ist (Dauer der Praxis-Rekonstruktion). Dabei ist bei der Einschätzung der Länge des Kapitalisierungszeitraums zu bedenken, dass der Übernahmevorteil im Zeitablauf beständig abnimmt, bis er sich die Erträge der selbst aufgebauten Praxis denen der alternativ übernommenen Praxis angeglichen hat.

Da sich die Bestimmung des Kapitalisierungszeitraums mangels Operationalisierbarkeit der Einflussfaktoren einer mathematischen Ermittlungsmethode entzieht, ist es Aufgabe des Gutachters den Kapitalisierungszeitraum sachgerecht und gut begründet zu schätzen.

Die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Kapitalisierungszeitraum sind die Patientenstruktur, die Praxisform sowie die Kombination aus örtlicher Lage und Konkurrenzsituation der Praxis. Darüber hinaus können auch noch weitere Einflussfaktoren bestehen, die individuell von der Praxis bzw. des Praxisumfeldes abhängen.  So wäre etwa für eine hausärztliche Einzelpraxis mit hohem Privatpatientenanteil in einem offenen KV-Gebiet der Kapitalisierungszeitraum deutlich niedriger anzusetzen als für eine große radiologische Gemeinschaftspraxis mit einem großen Einzugsgebiet. Letztere verspricht gewöhnlich für einen neuen Teilhaber unmittelbar Gewinne in Höhe des Vorgängers, wobei zudem die Alternative, diesen Gewinn in absehbarer Zeit durch eine Neugründung zu erreichen, nur sehr schwierig umzusetzen wäre.

Der Verflüchtigungs- oder Kapitalisierungszeitraum wurde bei Arztpraxen in der Literatur im Bereich von 2 bis 5 Jahren angesetzt. Allerdings sind bei Fachrichtungen, bei denen eine Übernahme im Vergleich zur Neugründung nur geringe Vorteile aufweisen (z. B. offene Planungsbezirke bei Hausarztpraxen) auch geringere Kapitalisierungszeiträume von nur einem Jahr ggf. gerechtfertigt.

Durch den verkürzten Kapitalisierungszeitraum wird die Substanz der Arztpraxis nicht bzw. unvollständig bei der Wertermittlung berücksichtigt. Dies macht die gesonderte Berechnung des Substanzwertes erforderlich, der dem (verkürzten) Ertragswert oder Ideellen Wert hinzugerechnet werden muss.

Folglich wird bei der modifizierten Ertragswertmethode wird der Praxiswert aus der Summe aus Ideellem Wert und Substanzwert ermittelt.

Ermittlung des Ideellen Praxiswertes
Wichtigster Einflussfaktor für die Höhe des Ideellen Praxiswertes ist der übertragbare, zukünftige Gewinn der Praxis. Dieser ist vom Gutachter zu ermitteln, wobei eine Bereinigung von Erlösen und Kosten vorzunehmen ist, um nicht praxisbedingte Kosten- und Erlöspositionen, steuerliche begründete Positionen oder einmalige Vorkommnisse bzw. nicht auf einen Käufer übertragbare Positionen aus der Einnahme-Überschussrechnung zu eliminieren. Dabei werden i.d.R. die letzten 3-5 Jahre der Praxis berücksichtigt. Anschließend erfolgt eine Überprüfung dessen, ob die Erlöse bzw. Kosten auch in Zukunft zu erwarten sind bzw. ob mit Veränderungen zu rechnen ist. Unter Berücksichtigung eines Unternehmerlohns (der die Tätigkeit des Arztes abbildet, um den über die ärztliche Tätigkeit hinausgehenden Ertrag der Praxis zu ermitteln), wird die Gewinnbasis errechnet und mit dem Barwertfaktor (der sich aus dem Kapitalisierungszeitraum (sieh oben) sowie dem risikoangepassten Kalkulationszins ermittelt) multipliziert. Das Ergebnis entspricht dem Ideellen Praxiswert. 
Der Substanzwert
Der Substanzwert ist dem Ideellen Wert hinzuzurechnen, um dem Praxisgesamtwert zu erhalten. Der Substanzwert wird aus dem Zeitwert aller für die Leistungen der Praxis erforderlichen Geräte, Einrichtungsgegenstände, Einbauten und Verbrauchsmaterialien erforderlichen Vermögensgegenständen ermittelt. Der Zeitwert entspricht dem Wert eines Vermögensgegenstandes unter Berücksichtigung von Alter, Betriebszustand, Abnutzung, Instandhaltung, der Verwendung und Nutzung sowie der durchschnittlichen technischen Nutzungs- und Lebensdauer. Der Zeitwert liegt meist deutlich über dem Buchwert im Anlageverzeichnis der Praxis und wird über Erfahrungswerte der Gutachter, Vergleichswerte und/oder bestimmter Berechnungsmethode ermittelt.
Berechnungsschritte der modifizierten Ertragswertmethode

Die Berechnungsschritte zur Ermittlung des Praxiswertes nach der modifizierten Ertragswertmethode sind:

  1. Im 1. Schritt werden die Umsatz- und Kostenpositionen auf Grundlage der Einnahme-Überschussrechnung (ggf. Gewinn- und Verlustrechnung) der zu bewertenden Praxis bereinigt. Dies bedeutet, dass alle Kosten und Umsätze, die bei der Praxisübertragung wegfallen (z.B. Ehegattengehalt, Erlöse aus personengebundenen Gutachteraufträgen) oder in anderer Höhe anfallen (z.B. Mietkosten), entsprechend angepasst werden. Berücksichtigt werden üblicherweise die letzten 3-5 Jahre vor dem Bewertungsstichtag.
  2. Im 2. Schritt wird ermittelt, mit wie viel Gewinn der Käufer bei der Praxisübernahme zukünftig rechnen kann. Die Gewinne der Vergangenheit sind die Ausgangsbasis. Zusätzlich werden zukünftige Risiken und Chancen beurteilt, deren Auswirkungen auf den Praxisgewinn sich quantifizieren lassen. Daraus resultiert der zukünftige Gewinn der Praxis. Ausgehend vom zukünftigen Gewinn wird dann überprüft, ob ein durchschnittlicher Nachfolger diesen Gewinn ebenfalls erzielen kann, oder ob zu vermuten ist, dass der Übernehmer, z. B. wegen fehlender Routine, Ausbildung, persönlicher Zulassungen oder hoher persönlicher Patientenbindung des Verkäufers nur einen Teil dieses zukünftigen Gewinns realisieren könnte. Es wird der übertragbare Gewinn ermittelt.
  3. Im 3. Schritt wird die Gewinnbasis ermittelt, aus der sich der ideelle Wert (Goodwill) ableitet. Zur Ermittlung werden vom übertragbaren Gewinn kalkulatorische Größen abgezogen. Hier ist insbesondere der kalkulatorische Unternehmerlohn zu nennen, der Aufgrund der persönlichen Leistungserbringung des Inhabers im Unternehmen Arztpraxis berücksichtigt werden muss. Die Gewinnbasis entspricht somit dem zusätzlichen Gewinn (Ertrag), den ein Käufer über seine aktuelle (typisierte) Vergütung (Krankenhausgehalt) hinaus für seine ärztlich- unternehmerische Tätigkeit erwarten darf.
  4. Im traditionellen Ertragswertverfahren würden nun sämtliche Zukunftsgewinne auf den Bewertungsstichtag abdiskontiert (= abgezinst) werden. Bei der Bewertung von Arztpraxen ist jedoch von einem verkürzten Kapitalisierungszeitraum auszugehen, der im 4. Schritt geschätzt wird. Der verkürzte Kapitalisierungszeitraum erklärt sich mit der persönlichen Bindung des ideellen Wertes an den Praxisinhaber (Ruf), der sich nach seinem Ausscheiden nach einer gewissen Zeitspanne verflüchtigt. Ebenso besteht für den Käufer i.d.R. die Alternative, eine eigene Praxis zu Gründen und nach einigen Jahren einen entsprechenden Gewinn zu erwirtschaften.
  5. Im 5. Schritt muss der Kalkulationszinssatz bestimmt werden, zu welchem die Zukunftsgewinne für den Kapitalisierungszeitraum abgezinst werden, bevor
  6. im 6. Schritt die Berechnung des ideellen Praxiswerts erfolgen kann.
  7. Nachdem im 7. Schritt der Substanzwert ermittelt worden ist,
  8. errechnet sich der Praxisgesamtwert im 8. Schritt als Summe aus ideellem Wert und Substanzwert, wobei bei Anwendung der Nettomethode (Berücksichtigung steuerlicher Aspekte bei der Wertermittlung) der Steuervorteil durch die Abschreibungsmöglichkeit des Kaufpreises durch den Käufer eingepreist wird.
Plausibilitätsprüfung
In einem seriösen Praxiswertgutachten wird der ermittelte Wert immer durch eine Kontrollrechnung plausibilisiert, um die Marktgängigkeit und die Akzeptanz des ermittelten Wertes abzusichern. 
Methodenvielfalt und Genauigkeit
Gleichwohl sich unter den Experten der Praxisbewertung die modifizierte Ertragswertmethode als Bewertungsmethode der Wahl durchgesetzt hat, erlaubt auch die Anwendung dieser Methode eine Vielfalt an Vorgehensweisen und Interpretation. Um einem methodischen „Wildwuchs“ zu begegnen, haben sich einige der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen in einem Verein (VSA – Vereinigung der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen e. V.) zusammengeschlossen, um sich in regelmäßigen Abständen über grundsätzliche Bewertungsfragen und aktuelle Entwicklungen auszutauschen und einige bewertungsrelevante Vorgehensweisen als Richtlinien zu veröffentlichen. Die Homepeage des VSA erreichen sie hier. Prof. Dr. Stephan Klock ist Gründungsmitglied im VSA.


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