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Bewertung Praxis für Labormedizin

Die Bewertung von Praxen für Labormedizin – Zytologie

Die Bewertung von Praxen für Labormedizin bzw. gynäkologische Praxen mit zytologischem Labor unterscheidet sich von der Bewertung sonstiger hausärztlicher bzw. fachärztlicher Einzelpraxen durch einige bewertungsrelevante Besonderheiten:

  • Praxen für Labormedizin werden häufig durch mehrere Ärzte in der Rechtsform einer GbR-Gesellschaft oder als GmbH (z. B. in Form eines MVZ) betrieben. Es können komplexere Gesellschaftsstrukturen existieren, wenn z.B. Betreibergesellschaften oder Laborgemeinschaften die Unternehmensstruktur prägen. Der Anspruch an die Bewertung eines Praxisanteils oder der gesamten Praxis für Labormedizin wird dadurch deutlich erhöht. Insbesondere können die im Gesellschaftsvertrag fixierten Gewinnverteilungsregelungen eine gewichtige Rolle bei der Wertermittlung von labormedizinischen Praxisanteilen einnehmen.
  • Eine Praxis für Labormedizin arbeitet meist mit mehreren angestellten Ärzten und immer mit einer größeren Anzahl an gut ausgebildeten, nichtärztlichen Fachpersonal.
  • Praxen für Labormedizin bieten häufig ein erweitertes Leistungsspektrum durch die Kooperationen mit Fachärzten für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, Fachärzten für Transfusionsmedizin oder Fachärzten für Hygiene und Umweltmedizin. Entsprechend der Ausrichtung liegen erhebliche Investitionen in die technische Ausstattung der Praxis vor, die für eine Bewertung relevant werden.
  • Die Ärzte einer Praxis für Labormedizin arbeiten i.d.R. nicht bzw. nur in Ausnahmefällen direkt am Patienten. Dadurch besteht praktisch keine persönlich Bindung zwischen dem Facharzt für Laboratoriumsmedizin und dem Patienten. Die Intensität der Bindung zwischen Arzt und Patient spielt für die Bewertung einer Praxis jedoch eine besondere Rolle.
  • Eine Praxis für Labormedizin arbeitet i.d.R. mit einem festen Stamm an Einweisern, die ihre Proben verlässlich zur Analyse einreichen. Die dadurch entstehende erhöhte Planungssicherheit geht positiv in die Bewertung einer Praxis für Laboratoriumsmedizin ein. Dies gilt ebenso für gynäkologische Praxen mit zytologischem Labor.
  • Der Substanzwert spielt bei der Bewertung einer Praxis für Labormedizin durch die intensive medizintechnische Ausstattung  mit teuren Analysegeräte eine besondere Rolle bei der Ermittlung des Praxiswertes. Häufig sind Apparaturen geleast bzw. kreditfinanziert. Diese Finanzierungsformen müssen bei einer Wertermittlung sachgerecht in die Bewertung einer Praxis für Laboratoriumsmedizin einfließen.

 

Ermittlung des Werts von Praxen für Labormedizin

Die genannten Besonderheiten labormedizinischer Praxen müssen sachgerecht in die Praxiswertermittlung einfließen. Wie ist der Wert einer Praxis für Labormedizin nun methodisch zu ermitteln?

Eine bestimmte Bewertungsmethode ist nicht vorgeschrieben. Jedoch hat sich für die Bewertung von Arztpraxen auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Forschung die modifizierte Ertragswertmethode als Methode der Wahl durchgesetzt. Die exakte Funktionsweise der Methode sowie die Merkmale/ Schwächen anderer Methoden haben wir auf der Seite Praxisbewertung zusammengefasst.

Aufgrund der bei einer Praxis für Labormedizin praktisch nicht bestehenden Bindung zwischen Arzt und Patient sowie der festen Einweiserstrukturen kann es unter Umständen gerechtfertigt sein, die reine Ertragswertmethode als sachgerechte Methode für die Bewertung einer Praxis für Laboratoriumsmedizin zu wählen. Dies muss im Einzelfall vom Gutachter entschieden werden. In jedem Falle ist – auch bei Anwendung der modifizierten Ertragswertmethode – ein deutlich längerer Kapitalisierungszeitraum anzusetzen als bei Bewertungen von Arztpraxen üblich. Siehe dazu auch die Ausführungen der Seite Praxisbewertung unter Methoden der Praxisbewertung.

In jedem Falle sind u.a. folgende Sachverhalte bei der Bewertung einer Praxis für Labormedizin zu beachten:

  • Die Gesellschaftsstruktur der zu bewertenden Praxis für Labormedizin und die im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Gewinnverteilung
  • Die Finanzierungsformen der verwendeten Anlagen (Leasing, Kredit) sowie der ggf. bestehende Stand der Verbindlichkeiten der Gesellschaft
  • Die Umsätze und Kosten der Praxis für Labormedizin sind um steuerliche, einmalige oder nicht betriebsbedingte Sachverhalte zu bereinigen
  • Die aufgrund der intensiven medizintechnischen und räumlichen Ausstattung hohen Abschreibungen müssen für eine nachhaltige Gewinnprognose sachgerecht errechnet werden. Dies gilt auch für die Finanzierungskosten
  • Die Höhe eines angemessenen Unternehmerlohns ist unter der Berücksichtigung des Tätigkeitsumfangs korrekt zu bemessen
  • Der Zeitwert aller Einrichtungsgegenstände und insbesondere der medizinischen Geräte ist zu ermitteln und in den Substanzwert der Praxis einzubringen
  • Die Länge des Kapitalisierungszeitraums ist unter Berücksichtigung von Größe und Gesellschaftsform der labormedizinischen Praxis sowie der Konkurrenzsituation und weiterer Aspekte fundiert einzuschätzen. Eventuell ist die Praxis – ähnlich wie bei gewerblichen Unternehmen – mit einem unendlichen Kapitalisierungszeitraum nach der reinen Ertragswertmethode zu bewerten.

Diese beispielhaft genannten Aspekte müssen bei der Bewertung von Praxen für Labormedizin kompetent in der Praxiswertermittlung einfließen. Dies erfordert Fachkenntnis und Erfahrung auf Seiten der Gutachter. Klock & Küchler können diese Sachkenntnis einbringen. Mit über 10 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Praxisbewertung und konkreter Bewertungen von Praxen für Labormedizin können fachgerechte und seriös ausgearbeitete Gutachten zum Wert von Praxen für Labormedizin bzw. Anteilen an Praxen für Labormedizin erstellt werden.

 


Für weitergehende Auskünfte zum Thema Bewertung einer Praxis für Labormedizin rufen Sie uns an. Wir erteilen gerne Auskunft. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
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